Die Zeitung mit Nur Guten Nachrichten
Mittagstisch | Obstkorb | Getestet | Radtrikot | Branchenbuch | Heiraten | Bücher
Unscheinbar von außen liegt die Confiserie Gordani Lasch in einer ruhigen Seitenstraße einer Wohngegend. Vor der Bäckerei befindet sich eine beschauliche Außenbestuhlung hinter kleinen grünen Pflanzen. Sofort nach dem Eintreten staunte ich über die edle Inneneinrichtung. Der Empfangsraum war groß und hoch, links schloss sich ein Speiseraum an, dessen Wände, Tische und Stühle aus maronibraunem Holz bestanden und dessen Decke mit marmornem Stein geschmückt war, im Empfangsraum rechts lachten hinter einer großen Glasverkleidung solch Confiserie-Kreationen wie Pralinen in dunkler und heller Schokolade neben Kuchen in bunten Farben und französischen Macarons neben gewöhnlichen Backkunstwerken wie gezuckerten Schnecken und Croissants und Zöpfen. Dahinter warteten Brezen, Brötchen und Brote in Körben auf ihre Käufer. Gegenüber der Eingangstür stapelten sich in einer zweiten Glasvitrine belegte Sandwiches, daneben ruhte ein Schrank mit gekühlten Getränken. Die gesamte Räumlichkeit war sehr sauber. Mit einem Lachen und einer Körperhaltung, die vermittelte, dass sie die Chefin im Raum sei, begrüßte mich die Bedienung und fragte mich, was ich gerne hätte. Ich bot mir bei der großen Auswahl ansprechender Waren ein wenig Bedenkzeit aus, bereit, meine Bestellung entgegenzunehmen wartete die Bedienung geduldig hinter der Theke. Obwohl ich mir länger als üblich Zeit lies - es warteten keine Gäste hinter mir - wurde die Bedienung weder unruhig noch fragte sie erneut, was ich möge, sie wartete still. Ich deutete ihr Geduld dahin, dass es hier nicht unüblich sei, dass Gäste sich bei der Auswahl aus den augenscheinlich hochwertigen Backwaren Zeit nehmen, und sie es daher gewohnt sei zu warten.
Wie dem auch sei, ich entschied mich für einen Cappuccino dazu ein Sandwich mit Schwarzwälder Schinken und Rucola belegt, eine Pistazien-Nuss-Rolle und ein Weckle mit Salz und Kümmel und nahm an einem der Tische draußen vor der Confiserie Platz. Bald darauf brachte mir die Bedienung meine Auswahl auf einem Holztablett an den Tisch. Das Sandwich war in zwei Hälften geteilt und wurde mit zwei Tomatenscheiben und einer Gurkenscheibe auf Salatblättern, die mit Balsamico garniert waren, auf einem schönen blauen Porzellanteller angereicht. Zusätzlich bekam ich ein kleines Glas Wasser. Ich biss von meinem Sandwich ab. Innerlich waren die Brötchenhälften mit einem süßlich-scharfen Aufstrich bestrichen, die Qualität des Brötchens war herausragend, ebenso die des Schinkens. Das Brötchen hatte eine feste Kruste, doch war nicht brüchig und der Aufstrich harmonierte derart mit dem Schinken und dem Rucola, das es eine Freude war in den Sandwich hineinzubeißen. Nachdem ich eine Hälfte verspeist hatte, wendete ich mich dem Cappuccino zu. Die Schaumhaube war luftig leicht, der Cappuccino schmeckte mild und weich und schien aus erlesener Bohne gemahlen. Das Weckle begeisterte mich besonders. Ein solch simples Backwerk derart lecker schmecken zu lassen zeugt von meisterlicher Backkunst. Die Kruste war rösch, aber nicht hart, sondern blätterte beim Hineinbeißen angenehm und innen war das Weckle butterweich. Darüber hinaus harmonierten das weiche Innenleben und die rösche Kruste wundervoll mit dem Kümmel und den Salzkörnern, die auf der Decke eingebacken waren, man hätte das Weckle mit Salz und Kümmel auch als Hauptspeise verzehren können, so facettenreich war das Esserlebnis. Zum Schluss widmete ich mich der Pistazien-Nuss-Rolle, einer hohen Blätterteig-Schnecke in deren oberen Teil eine Nussmischung eingebacken und die mit Pistazienstreuseln garniert war. Die Nussmischung schmeckte echt nussig und der darunterliegende Blätterteig war weich, womöglich aufgrund der leicht öligen Nussmischung darüber. Als ich die Pistazien-Nuss-Rolle aufgezehrt hatte, verspeiste ich abschließend die zweite Hälfte des Sandwiches, genoss erneut die wundervolle Harmonie von Schwarzwälder Schinken, Rucola und Aufstrich, ruhte noch eine Weile in der ruhigen Seitenstraße und wärmte mich in dem Sonnenlicht, das die Wolken hindurch ließen, bevor ich wieder die Confiserie betrat, um zu bezahlen. Der Preis lag etwas über dem für Backwaren üblichen, was durch die hohe Qualität der Speisen allerdings durchaus gerechtfertigt war.
Es überzeugte alles! Die herausragenden Backwerke und die Freundlichkeit und Geduld der Bedienung bis zur edlen und sauberen Einrichtung. Hier werden hochwertigste Backwaren und Confiseur-Kreationen angeboten, was auch im Preis seinen Ausdruck findet, der etwas über dem für Backwaren üblichen liegt, durch die exzellente Qualität der Waren allerdings vollauf gerechtfertigt ist. Einer meiner Top 3 Bäckerei-Café-Erlebnisse überhaupt, eine Empfehlung für alle, die Qualität schätzen, und ein wahrer Geheimtipp in Karlsruhe!
Das ist vielleicht auch interessant:
Wie kommt man in Karlsruhe zur
richtigen Bank und zum richtigen Girokonto